Solarenergie: Wie sie wirklich funktioniert – von der Solarzelle bis ins Stromnetz

Du hast schon mal Solarpanele auf einem Dach gesehen und dich gefragt, was da eigentlich passiert ? Klar, Sonne scheint drauf, irgendwie kommt Strom raus. Aber wie genau ? Das klingt nach Magie, ist es aber nicht. Es ist Physik – und ehrlich gesagt ziemlich elegante Physik.

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Was in einer Solarzelle wirklich passiert

Eine Solarzelle besteht meistens aus Silizium. Silizium ist ein Halbleiter – weder Leiter noch Isolator, sondern irgendwo dazwischen. Das ist genau der Punkt, der es interessant macht.

In einer Solarzelle werden zwei Siliziumschichten übereinandergelegt. Eine ist mit Phosphor „dotiert“ – das bedeutet, sie hat einen kleinen Elektronenüberschuss. Die andere ist mit Bor dotiert und hat einen Elektronenmangel. Man spricht von der n-Schicht und der p-Schicht.

Wenn jetzt ein Lichtteilchen – ein Photon – auf die Zelle trifft, kann es ein Elektron aus seiner Bindung lösen. Das gelöste Elektron will sich bewegen, und durch den Aufbau der Zelle wird es in eine bestimmte Richtung gedrängt. Das ist ein elektrischer Strom. So simpel ist das Grundprinzip.

Was mich persönlich immer wieder fasziniert : Das passiert lautlos, ohne bewegliche Teile, ohne Verbrennung. Einfach Licht rein, Strom raus.

Von der einzelnen Zelle zum Modul – und dann zur Anlage

Eine einzelne Siliziumzelle liefert ungefähr 0,5 Volt. Das ist nicht viel. Deshalb werden viele Zellen zusammengeschaltet, um ein Solarmodul zu bilden. Ein typisches Modul für den Hausgebrauch hat heute eine Leistung zwischen 350 und 450 Watt-Peak – „Peak“ deshalb, weil das der Maximalwert unter Standardbedingungen ist (1000 W/m² Einstrahlung, 25°C Zelltemperatur).

Mehrere Module zusammen ergeben eine Solaranlage, auch Photovoltaikanlage genannt – abgekürzt PV-Anlage. Auf einem normalen Einfamilienhaus in Deutschland haben die Anlagen heute oft zwischen 8 und 15 kWp installierter Leistung.

Das Problem : Solarzellen produzieren Gleichstrom

Hier kommt ein Detail ins Spiel, das viele überrascht. Der Strom, der aus den Solarzellen kommt, ist Gleichstrom – die Elektronen fließen immer in dieselbe Richtung. Das europäische Stromnetz funktioniert aber mit Wechselstrom, bei dem die Richtung 50 Mal pro Sekunde wechselt.

Deshalb braucht jede PV-Anlage einen Wechselrichter. Dieses Gerät – meistens eine graue Box, die irgendwo im Keller oder an der Wand hängt – wandelt den Gleichstrom der Module in netzkompatiblen Wechselstrom um. Ohne Wechselrichter kannst du mit deiner Solaranlage keinen einzigen Toaster betreiben.

Moderne Wechselrichter haben übrigens Wirkungsgrade von über 97 %. Das heißt, fast die gesamte erzeugte Energie kommt auch tatsächlich als nutzbarer Strom an. Das war vor zehn Jahren noch anders.

Eigenstrom nutzen oder ins Netz einspeisen ?

Wenn deine Anlage gerade mehr produziert als du verbrauchst – was an einem sonnigen Sommertag mittags fast immer der Fall ist – fließt der überschüssige Strom ins öffentliche Netz. In Deutschland bekommt man dafür eine Einspeisevergütung, die seit Jahren sinkt. Aktuell liegt sie für neue Anlagen bei rund 8 bis 9 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2024) – deutlich weniger als der Preis, den man für Netzstrom zahlt.

Deshalb macht es wirtschaftlich mehr Sinn, den selbst erzeugten Strom direkt zu verbrauchen. Viele kombinieren ihre PV-Anlage deswegen mit einem Batteriespeicher. Der speichert überschüssige Mittagsenergie und gibt sie abends ab, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Klingt logisch – ist es auch.

Was den Ertrag wirklich beeinflusst

Nicht jede Solaranlage produziert gleich viel. Drei Faktoren machen den größten Unterschied :

Die Ausrichtung : Südausrichtung ist ideal in Mitteleuropa. Ost-West-Ausrichtung ist suboptimal für den Maximalertrag, aber interessant, weil sie den Strom gleichmäßiger über den Tag verteilt.

Der Neigungswinkel : Rund 30 bis 35 Grad Neigung gelten in Deutschland als optimal. Flach liegende Module sammeln im Winter kaum Ertrag, weil der Sonnenstand so tief ist.

Verschattung : Ein einziger Schornstein, der mittags Schatten auf zwei Module wirft, kann die Leistung der ganzen Anlage deutlich reduzieren – je nach Verschaltung der Module. Moderne Optimizer oder Microinverter lösen dieses Problem inzwischen gut.

Wie viel Strom produziert eine Anlage im Jahr ?

Als Faustregel gilt : In Deutschland erzeugt 1 kWp installierter Leistung etwa 900 bis 1.100 kWh pro Jahr. Im Süden Deutschlands eher am oberen Ende, im Norden eher am unteren. Eine 10-kWp-Anlage kommt also auf grob 9.000 bis 11.000 kWh – das ist mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Jahresverbrauchs eines Vier-Personen-Haushalts (rund 4.000 kWh).

Zum Vergleich : In Spanien oder Südfrankreich sind es locker 1.400 bis 1.600 kWh pro kWp. Wer dort eine Anlage hat, kann sich wirklich glücklich schätzen.

Photovoltaik vs. Solarthermie – kurze Klarstellung

Immer wieder verwechselt : Photovoltaik erzeugt Strom. Solarthermie erzeugt Wärme – meistens für Warmwasser oder Heizungsunterstützung. Beides nutzt die Sonne, aber auf völlig unterschiedliche Weise. Die flachen, schwarzen Kollektoren auf manchen Dächern, durch die Flüssigkeit fließt ? Das ist Solarthermie. Die Module mit den Zellmustern ? Photovoltaik. Jetzt weißt du’s.

Und was passiert, wenn alle Wolken wegziehen ?

Eine letzte Sache, die viele unterschätzen : Solarzellen produzieren auch bei bewölktem Himmel Strom – nur weniger. Diffuses Licht reicht aus, um die Elektronen in Bewegung zu bringen. An einem bedeckten Wintertag in Hamburg vielleicht nur 10 bis 20 % der Maximalleistung, aber null ist es fast nie.

Das macht Solarenergie robuster, als sie auf den ersten Blick wirkt. Und erklärt, warum Deutschland trotz seiner nicht gerade mediterranen Sonnenstunden heute zu den Ländern mit der größten installierten Photovoltaikleistung weltweit gehört – über 80 GWp Ende 2023. Das ist keine Kleinigkeit.

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