Siegfried Bahnweg,Stadtverordneter
Trampe 11
17326 Brüssow

Herrn Hartwig
Amtsleiter der Kreisverwaltung Uckermark
Karl-Marx-Straße 1
17291 Prenzlau Brüssow, 26.05.2009
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Altdeponie Brüssow / Ihre Antwort vom 07.05.2009

Sehr geehrter Herr Hartwig,

hiermit möchte ich mich recht herzlich für Ihre prompte Antwort bedanken. Leider wirft Ihr Schreiben, in dem nicht alle offenen Fragen beantwortet wurden, neue Unklarheiten auf.
Etwas ratlos bin ich bei den Angaben zu den beteiligten Fuhrunternehmern.( Frage 2)
In der besagten telefonischen Auskunft Ihres Mitarbeiters Herrn Droebes am 22.10.08 (dazu gibt es Aufzeichnungen) wurde mir die Firma Uckermärkische Handels- und Umweltschutz GmbH, mit dem Geschäftsführer Herrn Wolff genannt.
Da Herr Droebes wiederholt von „Torsten“ sprach, hatte ich den Eindruck, er ist mit Herrn Torsten Wolff befreundet.In Ihrem Schreiben vermisse ich diese Firma.
Mir ist aber von den Mitbietern der Ausschreibung des Amtes Brüssow bekannt, dass Herr Wolff den Zuschlag erhielt.
Zur Frage 8, sprechen Sie von „landwirtschaftlich verwertbare Klärschlammkomposte“, die abge- kippt wurden.
Hierbei drängt sich schon die Frage auf:
Warum diese angeblichen toxikologisch unbedenklichen Klärschlämme von der Ortschaft nahe an der niederländischen Grenze quer durch Deutschland, in die ca. 850 Km entfernte unbewachte Deponie Brüssow nahe der polnischen Grenze gefahren und hier in der Nacht abgekippt wurden?
Wenn es nur um die Verfüllung der Deponie gegangen wäre, hätte man aus der in 1,5 Km Entfernung liegenden Kiesgrube das Erdreich holen können,es wäre nur ein Bruchteil der Kosten angefallen.
Merkwürdig erscheint mir auch, dass die nachträgliche Bepflanzung mit etwa tausend Sträuchern nicht erfolgreich war. Daraufhin wurde eine nochmalige Abdeckung mit ca. zwei Meter gemischten Bauschutt durchgeführt.
Zur Frage 10, führen Sie sechs Firmen auf, aber kein Wort dazu was,wo und wann die Ladungenkontrolliert wurden, die auf den LKW s waren. Oder liegen nur allgemeine Firmenzertifikate vor?
Ich bitte um Einsicht in die Unterlagen.
Ich wurde informiert,dass Sie schon mit dem Amtsdirektor Herrn Neumann in dieser Angelegenheit Kontakt aufgenommen haben. Es dient meiner Ansicht nach der objektiven Aufklärung, wenn Sie weiterhin in Ihrem Haus diese Angelegenheit untersuchen.
Es spricht auch kein erkennbares Argument dafür, dass das Amt Brüssow, was verdächtigt wird, eventuell in diese Vorgänge selbst verwickelt zu sein, die Untersuchungen durchführt zumal Herr Neumann damals auch Amtsdirektor war.
Auch meine in einer anderen Sache negative Erfahrungen als Stadtverordneter bei versuchter Akteneinsicht am 17.03.09 im Amt Brüssow sprechen für Ihre externe Untersuchung.

Nur zu Ihrer Information:Sie endete damit , dass mich Herr Neumann lautstark (mit Rechtsanwältin) aus dem Haus verwies (dazu gibt viele Zeugen).
Seitdem habe ich keine Nachricht, wann ich die Akteneinsicht erhalte.
Ich möchte noch eine Bitte äußern. Wenn es Ihnen möglich ist, eine zeitnahe und kurzfristige Unter-suchung durchzuführen,würde uns das sehr beruhigen.
Viele Einwohner befürchten, es könnte ein Schatten auf die Feierlichkeiten zum 750 jährigen Stadt- jubiläum fallen. Wir als Einwohner wollen nicht,dass dieser Verdacht so lange wie ein Damokles-schwert über der Stadt schwebt und unsere Feier beeinflusst.
Ich bitte höflich um eine kurzfristige Mitteilung, wann mit einer Beantwortung zu rechnen sein wird,
damit ich die Empfänger dieses offenen Briefes weiter informieren kann.


Mit freundlichem Gruß

(Unterschrift)

(Hervorhebungen von rk/bn)