Schluss mit dem Fluglärm in Tempelhof.
Berlin hat entschieden. Die Bürgermeister Diepgen und Wowereit haben
es so gewollt, die Gerichte haben es gewollt, jetzt also auch die Berliner.
Dank derer aus dem Ostteil der Metropole. Die schauen nach vorn. Das haben
sie lernen müssen. Nostalgie zählt nicht. Nicht für den Palast
der Republik, also auch nicht für Tempelhof. Die Einheit wächst
im Verzicht.
Was aber nun? Gewerbeparks, Wohnen, Grünanlagen, wie langweilig! Das
bringen eingerostete in Westberlin/Berlin (West) programmierte Gehirne hervor.
Das ist nicht gar nicht gut so. Gewerbe - längst im Speckgürtel,
Wohnen – (wächst die Stadt eigentlich?), Erholung – Leute
aufgewacht, die Mauer ist weg, raus geht’s ins Grüne, jwd, auf
den Fläming, in die Schorfheide, die Uckermark.
Was tun in der großen Stille des Tempelhofer Feldes. Was tun mit dem
großen Loch in der Stadt, dem ausgeräumten Nichts, der Leere, in
der nichts als der Wind regiert. Und das inmitten im Strudel der Metropole?
Großstadt, das ist Bewegung, Licht, Lärm und Feinstaub, das sind
Beton, Glas und Stahl und Klimaanlagen. Großstadt ist Unruhe und Hochspannung,
Adrenalin und Megawatt rund um die Uhr.
Und damit, lieber Berlinerinnen und Berliner haben wir es:
Das Tempelhofer Feld muss ein Windpark werden.
Das ehemalige Flughafengelände im Herzen Berlins ist das Windeignungsgebiet par excellance! Unruhe und Hochspannung, Andrenalin und Megawatt, sauber, umweltverträglich, klimafreundlich. Das ist political correctness pur!
Deshalb haben wir die Bürgerinitiative Tempelhofer Windfeld gegründet.
Unser Ziel ist ein Volksbegehren.
Wir wollen nichts beschönigen, ein Windpark bringt große Belastungen
für die Menschen mit sich. .Ein unruhiges Stadtbild, Schall und optische
Belästigung am Tage und in der Nacht. Doch die immissions-schutzrechtlichen
Anforderungen und des Baurechts sind hoch. Es gibt ökologischen Ein-schränkungen,
der Schutz seltener Tiere, der Landschaftsschutz hat Priorität. Auch
die zahlreichen Bürgerinitiativen gegen die Windenergienutzung allenthalben
auf dem flachen Land lässt die Implantierung von Windeignungsgebieten
in die freien Natur und Landschaft an ihre Grenzen stoßen.
Das EEG (Energie-Einspeisungs-Gesetz) des Bundes und die Bestimmungen des
Genehmigungs-verfahrens des Landesumweltamtes Berlin gewährleisten jedoch
in jedem Fall die rechtliche Durchsetzung gegenüber möglichen Gegnern.
Wie z. B. die Verteidiger der Berliner Traufhöhe,
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10 Argumente für ein Windfeld Tempelhof.
1. Schluss mit NIMBY
Der Strom wird dort produziert, wo er verbraucht wird. Saubere Energie: Dem Begriff umwelt-freundlich wird sein Sinn zurückgegeben, die Produktion der Energie ist umweltfreundliche gegenüber dem Land, das die Stadt umgibt. Der Strom wird direkt in das städtische Netz eingespeist, kein Energieverlust durch teure Überland- Hochspannungsleitungen. Berlin ist ein Mega-Stromfresser, der Bau des Tempelhofer Windfeldes ist der Abschied vom NYMBY*-Denken.
* Not-In-My-Backyard-Denken, z.B. ich für Windenergie, die Windräder sollen aber bittschön nicht meine Wohn- und Lebensqualität belasten.
2. Synergieeffekt
Erleben, woher der Strom kommt. Bekanntlich kommt trotz Tschernobyl der Strom für den Atomkraftbefürworter aus der Steckdose, soweit er nicht selbst im Schatten eines Atommeilers lebt. Das innerstädtisches Windfeld zeigt dem ökölogisch Engagierten, dass auch sauberer Strom nicht aus der Steckdose kommt. Gedankenlos fährt der Städter bisher auf dem Weg zur Ostsee durch Brandenburg, und erfreut sich an den vielen Windrädern: „Wir“ tun was für den Klimaschutz! Er sieht die Dörfer nicht. Da wohnt ja keiner, sagt er sich. Das Windfeld direkt vor seiner Haustür schafft das richtige Bewusstsein und setzt alternative Energiephantasien frei: Windkraftanlagen in die Industriegebiete, an die Autobahnen, auf die Tagebau-Abraumhalden, Müllberge usw.
3. Immissionsschutzrechtlicher Vorteil 1
- Schall: Der nachts einzuhaltende maßgebliche Schallimmissionsrichtwert
von 45 dB(A) nach der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA
Lärm), der für Wohnhäuser gilt, wird vom bestehenden Verkehrslärm
in der Stadt dauerhaft „maskiert“, d. h. überlagert, braucht
also nicht zur Anwendung kommen. Die Immissionswerte für den Tag liegen
um 15 dB(A) höher und bewirken daher für die Windkraftanlagen keine
Nutzungseinschränkungen. Der klimafreundliche Energie--gewinnung Großstädter
wird die Pulshaltigkeit der „Schallbelästigung“ durch die
Windkraftanlagen, die beim Vorbei-Streichen der Rotoren am Anlagenmast hervorgerufen
wird, als erregenden Zugewinn, als den neuen Rhythmus der ökologischen
Metropole genießen.
4. Immissionsschutzrechtlicher Vorteil 2
- Schatten: Der bewegte Schattenwurf der WKA, der auf dem platten Lande strengen
immissions-schutzrechtlichen Einschränkungen unterliegt, da dem Dorfbewohner
eine derartige Beunruhigung besonders zum Feierabend bei tief stehender Sonne
nicht zuträglich ist. 30 Minuten am Tag, bzw. 30 Stunden im Jahr, mehr
ist nicht drin. Anders der Tempelhofer Anrainer. Ihn wird der flüchtige
Rotorenschatten an die Flugschatten der geliebten Rosinenbomber erinnern,
ca. 14-mal pro Minute. Nostalgie gepaart mit Fortschritt!
5. Immissionsschutzrechtlicher Vorteil 3
- Nachtbefeuerung: Der Flugverkehr in Tempelhof wird eingestellt, das nächtliche
Blinken und Leuchten bleibt. Die Tages- und Nachtbefeuerung der WKA ist luftfahrttechnisch
geboten und unvermeidlich. Die Befeuerungsanlagen und ihre Blendwirkung werden
in Tempelhof nicht als Belästigung erlebt, man kennt und braucht das.
Zusammenfassend ist die jahrzehntelange Hinnahme des Fluglärms durch
die Wohnbevölkerung im Weichbild des Flughafens als gutes Zeichen für
ihre Belastbarkeit zu werten. Eine stille Nutzung des Areals wäre eher
mit Umstellungsschwierigkeiten verbunden und kann zu psychischen Irritationen
führen.Immissionsbelastungen, verknüpft mit dem hochrangigen Wert
des Kampfes gegen den Klimawandels, machen glücklich. Und ein Wertverlust
des Eigenheims in der Tempelhofer Gartenstadt oder des Mieobjekts ist nicht
zu befürchten.
6. Landschaftsschutzrechtlicher Vorteil
Das Flughafengelände ist keine Landschaft, nicht im ästhetischen Sinn, nicht rechtlich. Es ist eine Leerfläche, eine tabula rasa. Mit der Errichtung der Windkraftanlagen wird kein Schaden verursacht, der durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden muss. Dies ist bei der Errichtung der Windkraftanlagen in der Landschaft regelmäßig der Fall. Hier ist der Investor nach dem EEG verpflichtet, für den ökologischen und ästhetischen Schaden, den er anrichtet zu kompensieren, z. B. durch Anpflanzungen, Wiedervernässung trockener Sumpfgebiete, Bodenentsiegelung, usw. Maßnahmen, die zugestandenermaßen die Landschaftsschädigung nicht ausgleichen können. So wird das historisch gewachsene Bild z. B. der Kulturlandschaft der Uckermark nachteilig industriell überprägt.
7. Artenschutzrechtlicher Vorteil.
Das Flughafengelände ist kein Naturschutzgebiet, kein FFH-, kein SPA-Gebiet. Hier gibt es weder geschützt Pflanzen- noch Tierarten. Hier wird kein Schwarzstorch, kein Rotmilan, nicht der Große Nachtsegler oder die Hufeisennase vergrämt oder gar von Rotoren erschlagen. Kein Windkraftgegner unter dem Deckmantel des Naturschutzes hat hier eine Chance. Kein Windkraftbefürworter grätscht hier in den klassischen Spagat zwischen sauberem Strom und Artenschutz, wie es bei der Errichtung der Windkraftanlagen in der Landschaft regelmäßig der Fall ist, wenn natürliche Ökosysteme gestört werden. An dieser Stelle sei angemerkt, dass nach der endgültigen Einstellung des Flugverkehrs durchaus Eile geboten ist. Eine Vogelart kann sich hier schnell einnisten, der Wachtelkönig. Er bevorzugt flaches, trockenes Gelände, begnügt sich mit kargem Grasbewuchs usw. Bei Windkraftgegner ist er äußerst beliebt, da er mit Sicherheit jedes Baugenehmigungsverfahren zum Scheitern bringt.
8. Ethischer Vorteil
Wegen der Errichtung eines Windfeldes in Tempelhof muss keine Amtsverwaltung, keine Bürgervertretung vom Investor bestochen, korrumpiert, an der Nase herumgeführt werden, wie dies auf dem flachen Lande regelmäßig der Fall ist. Die städtische Wohnbevölkerung zeichnet sich durch ein hohes Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft unseres Planeten aus. Entsprechend verhalten sich die Mandatträger in den gewählten Gremien. Anders in der leider oft rückständigen Provinz. Dort sehen sich die Windenergieinvestoren in der Regel gezwungen zu moralisch verwerflichen und juristisch angreifbaren Methoden bei der Durchsetzung ihrer Vorhaben zu greifen. So ist es zu staatanwaltlichen Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts und zu Strafbefehlen gegen Investoren gekommen. Städtebauliche Verträge mit Gemeinden, die Zahlungen von 25 000 Euro pro gebautem Windrad beinhalteten wurden annulliert. Gemeindevertreter kamen auf Grund einer Gesetzeslücke als untaugliche Täter glimpflich davon. Die Investoren mussten sich auf die Praxis verlegen, die versprochenen Geldzahlungen auf „Umwegen“, etwa zugunsten dörflicher Vereine fließen zu lassen, was eigentlich für die Gemeindekassen bestimmt war. Ein Windfeld Tempelhof braucht das nicht, ist somit ökologisch und ethisch sauber. Es müssen keine Subventionsmittel, also Steuergelder für Stimmenkauf verausgabt werden.
9. Nostalgischer Vorteil
Propeller – Rotoren: Geradezu genial ist die Kontinuität der altmodischen Propellerfliegerei der amerikanischen Bomber und den Riesenrotoren der high-tech-Windmühlen. Dem jungen Besucher des geplanten Flughafenmuseums lehrt der Blick über die Weite eines Windfeldes Tempelhof mit bis zu 38 Windkraftanlagen anschaulich die Parallelität des heutigen Überlebenskampf der Menschheit um die Rettung der Schöpfung mit dem heroischen Überlebenskampf Berlins im Kalten Krieg gegen den Russen. Die Luftbrücke wandelt sich zum Symbol einer Lustbrücke in eine saubere, bessere Welt. Auf gleich bleibend hohem Konsumptionsniveau, das versteht sich von selbst.
10. Touristischer Vorteil
Der Funkturm mit seinen 150 Metern Höhe bekommt 38 x Gesellschaft. 38 Energiegiganten, dem großstädtischen Maßstab angemessen mit ihren 150 und mehr Metern Höhe, machen die deutsche Hauptstadt zu Mekka der Fachöffentlichkeit und des modernen Ökotouristen ....Die punktuelle Durchbrechung der Berliner Traufhöhe, ein Genuss für den Ästheten.
Tempelhof öko-hype!
Berlin - Hauptstadt der Windenergie!
Volksbegehren!
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Kontakt:
Bürgerinitiative Windfeld Tempelhof (i. E.)