Archiv des Randow-Kurier
e-mail-nachrichten der Bürgerinitiative gegen ein Windfeld Wolfsmoor

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RK_Internet-Ausgabe 24. Mai 2008
Brüssow: Jetzt Meister im Energiesparen
Am 24./25. November 2007 titelte die PZ: Brüssow will keine neuen „Windmühlen“. Am 21. Mai 2008 heißt es „erneut lehnen die Stadtverordneten ihr Einvernehmen mit dem Bau von zwei Windrädern (bei Grünberg) ab.“ Das Landesumweltamt hatte für die Ablehnung des Gemeindlichen Einvernehmens der Stadt keine juristisch tragfähigen Gründe „erkennen“ können. Es kündigte an, das Gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen. Wenn eine Gemeinde selbst keinen Bebauungsplan für ein Windfeld aufstellt, muss sie als ein Träger öffentlicher Belange (TÖB) gehört werden und kann zustimmen oder ablehnen. Die Ablehnung muss allerdings juristisch qualifiziert sein. Die Begründung der Gemeinde Brüssow war nach Ansicht des Landesumweltamtes nicht qualifiziert.
Wie konnte das geschehen? Als es um das Windfeld Wolfmoor ging, bemühten die Amtsverwaltung und die Bürgermeisterin zwei Anwälte, mit dabei der fähige Verwaltungsrechtler Dr. Michael aus Berlin, um die unschlüssigen Stadtverordneten und die Gegner im Rat sowie die Bürgerinitiative in zähem Kampf niederzuringen. So wurde eine Mehrheit für das Windfeld Wolfsmoor erzielt, es wurde gebaut wie es die ENERTRAG geplant hat, ohne die geringsten Abstriche. Eine demokratische Mitwirkung der besonderen Art, juristisch hoch gerüstet. Humorig gibt Herr Neumann jetzt zum Besten, dass es gelungen sei die Interessen der Stadt einzubringen.
Nachdem sich herausgestellt hat, dass das Windfeld keinen müden Euro mehr in die Stadtkasse bringt, folgte die Wende. Brüssow will keine neuen „Windmühlen“. Und jetzt die totale Pleite, der Offenbarungseid, die Ablehnung als Luftnummer. Der Vertreter der ENERTRAG Herr Christen, sitzt dabei und amüsiert sich - mit ernster Miene.
Da komme ich doch ins Grübeln. Soviel Energieverbrauch, um 22 WKA zu installieren und so fleißiges Energiesparen bei der versuchte Ablehnung weiterer Mühlen. Denn Tatsache ist, weder die Stadtverordneten noch die Bürgermeisterin haben das Amt einen Juristen beauftragt, eine Begründung für ihre Ablehnung weiterer WKA erarbeiten zu lassen, an der das LUA nicht herum kommt. Z. B. den geschickten Dr. Michael. Der Amtsdirektor selbst hat es auch nicht vorgeschlagen. Der zuständige Bauamtsleiter Werth hat nicht zum Stift gegriffen. Es wurde die privat (!) erarbeitete Begründung, von Frau Suckow aus dem Ortsbeirat von Grünberg, übernommen (deren großartiges Engagement in Ehren). Das ist bequem, macht es doch keine Arbeit. Amtsdirektor Neumann hat die Stadtverordneten nicht davor geschützt, einen erfolglosen Beschluss zu fassen, was seine Pflicht, seines Amtes wäre. (Eine andere Frage ist, ob der LUA-Bescheid rechtlich haltbar ist und so hingenommen werden muss).
Die Volksvertreter sollen sich nicht beklagen. Sie haben selbst zur Pleite beigetragen. Vor den Bürger sind sie alle, Amt, Bürgermeisterin, Stadtverordnete unglaubwürdig geworden.
Meines Erachtens gibt § 35 des Baugesetzbuches einen gemeindlichen Versagungsgrund für die Stadt her. Es heißt dort: „Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt insbesondere vor, ... (5.) wenn das Vorhaben Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet.“ Mir ist klar, dass es eines großen Argumentsaufwands bedarf, den nur ein Jurist bewältigen kann, der von der Behörde Ernst genommen werden muss. Und die Bereitschaft der Gemeinde sich auf ein zähes Ringen einzulassen. Das ist schwer in Zeiten des „Klimakampfes“, gegen eine starke Windinvestorenlobby, gegen die neuen Pläne der Landesregierung, die Uckermark zum Windfabrikweltmeister zu machen.
Die Bürgermeisterin und die Stadtverordneten müssen sich etwas einfallen lassen, um der Karren Brüssow wieder aus dem Dreck zu ziehen. Die da oben machen sowieso, was sie wollen. Das mag an einem Langweilerstammtisch akzeptiert sein, von gewählten Politikern und ihrem Verwaltungsbeistand erwarte ich etwas mehr. Im September wird gewählt.
Bernhard Nürnberger
(als Leserbrief zum Artikel „Brüssower stimmen wieder für E.on" am 21. Mai 08 an die Prenzlauer Zeitung geschickt)
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Keine Bestechung!
Eine nette Episode aus der Brüssower Stadtverordnetenversammlung am 18. Mai: Herr Klein von E.ON möchte die SV dazu bringen, den Konzessionsvertrag mit der Gemeinde vorzeitig aufzulösen um einen "Wegenutzungsvertrag" abzuschließen. Er empfielt seien Firma u. a. als Sponsor. Soll man drauf eingehen? Bringt es Vorteile oder Nachteile für die Gemeinde? Man stochert so ein bisschen ratlos herum. Wird das Straßenlicht teuerer? Kommen die alten Freileitungen weg und wann? Keine konkreten Antworten von Herrn Klein. Der weiß was er will, die SV eher nicht so recht. Im zuschauenden Bürgerpublikum, das jetzt nichts mehr sagen oder fragen darf, wird getuschelt, wollen die dass wegen des anstehenden Verkaufs des Leitungsnetztes? Eher nicht, das betrifft die Hochspannungsleitungen, nicht Mittel- und Niedervolt. Da hat sich auch keiner vorbereitet. Ortsbürgermeister tippt versuchsweise das Thema Sponsoring an. Nicht doch, sagt Herr Klein, im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss. "Das wäre ja Bestechung," stellt die Bürgermeisterin fest.
Gut so!
Die Frau hat ihre Lektion gelernt. *
Im Mai 2008 weiß sie, dass Bestechungsgelder, wenn sie denn in die Stadtkasse fließen, vom Land mit den Sonderzuweisungen für die Gemeinde verrechnet würden, als gar kein Plus bringen.
*(zur Erinnerung)
1. Die Gemeinde schloss mit der ENERTAG einen städtebaulichen Vertrag ab, in dem vereinbart war, dass 25 000 € pro Windrad in die Stadtkasse fließen, wenn der Vorhaben- und Erschließungsplan so abgeschlossen wird, wie ihn die ENERTRAG ausgearbeitet hat. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin erklärte das für Rechtswidrig, Müller und Troike zahlte für die Tat ein (kleine White-collar-) Strafe und vermieden so einen Prozess. Die SV waren untaugliche Täter.
2. Für das Teilwindfeld Trampe (5 WKA), um das derzeit vor Gericht gestritten wird, bot die ENERTRAG der Gemeinde 125 000 €
an, wenn die ihr Gemeindliches Einvernehmen doch noch erteilen würde. Das war 2006. Das Einvernehmen wurde verweigert: "Kein weiteres Windrad in Brüssow." Stand man noch unter dem Eindruck des Wolfsmoorstresses?
Es ist übrigens der selbe Vorgang wie jetzt bei den 2 WKA für Grünberg.
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Was ist die Erteilung des Gemeindlichen Einvernehmens wert?
Die Gemeinde kann nur Einfluss auf die Windplanung nehmen, wenn sie einen VEP aufstellt. So Herr Neumann.
Als Trägerin Öffentlicher Belange muss die Gemeinde im BImschVerfahren gehört werden, und müsste (siehe oben) qualifizierte Gründe nach dem Baugesetzbuch gegen die Planung vorbringen. Das kann sie nicht,das hat sie nicht gemacht.
2006 war der ENERTRAG die Erteilung des Gemeindlichen Einvernehmens 125000 (in Worten: einhundertfünfundzwanzigtausend) Euro wert. Die SV erinnern sich: Der Amtsdirektor: Wir können nicht auf das Geld verzichten. Die ENERTRAG konnte offensichtlich nicht darauf setzen, dass das LUA das Einvernehmen ersetzen würde. Und da obwohl die Begründung der Ablehnung nicht anders aussah als die begründung für die zwei WKA jetzt.(beide aus der feder von Frau Suckow)
2008 macht die ENERTRAG das gemeindliche Einvernehmen für zwei WKA nichts an. Nach Adam Riese müssten es doch 50 000 (in Worten fünfzigtausend) Euro sein.
Irgendwas stinkt da.
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RK_Internet-Ausgabe 13. April 2008
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Schnelle Brüter für die Uckermark
Windfeld Schönfeld ( Mengel) Hinsichtlich der Brutzeit im Windfeld Schönfeld ist Neues zu vermelden.Der zuständige Referent in Schwedt, der für die Überwachung vom Landesumwelt der Einhaltung aller Auflagen zuständig ist, ist erst am Montag wieder da. Eine Mitarbeiterin war vor Ort und hat die Bauarbeiten bestätigt.
Herr Heis vom LUA in Frankfurt meint die Beschränkungen während der Brutzeit dienten nur dem Zweck, dass Wege und Fundamente nicht gebaut werden dürften. Dies sei aber nicht der Fall. Die Türme selbst könnten einschließlich des Transports auch in der Brutzeit gebaut werden. Die Beschränkungen hätten nur das Ziel, dass beim Bau der Wege und der Fundamente keine bestehenden Nist und Brutplätze zerstört werden sollen. Eine Störung durch den Bau der Türme selbst in der Brutzeitwäre nur dann rechtlich relevant, wenn dadurch der Bestand der lokalen Population gefährdet wäre.
Ich habe darauf hingewiesen, dass das LUA im Gegensatz etwa zum Wirtschaftministerium für den Schutz der Fauna da sei. Diese Ansicht hat er bestätigt.
Ich denke die von Herrn Heis geäußerte Rechtsauffassung ist nicht haltbar, da Sinn jeder Auflage eines Baustops während der Brutzeit ja eine Störungsvermeidung sein muß. Wenn dies in der Genehmigung nicht klar wird, ist diese wohl rechtsfehlerhaft.
Ich habe auch die untere Naturschutzbehörde informiert, die meinte die Überwachung von genehmigungsauflagen sei Sache der Überwachungsbehörde in Schwedt. Ich habe darauf hingewiesen, dass bei akuter tatsächliche Störung in der Brutzeit sehr wohl die Untere Naturschutzbehörde zuständig ist, wenn nicht sogar die Polizei, um den Sachverhalt zu klären.--------------------------------------------------------------------------------
Suchmeldung
Bei der Demo (in Prenzlau) hatten wir eine Rassel und eine Doppelhandtrommel. Sie sind ausgeliehen und noch nicht wieder zurück. Bitte schnell melden.
mengel@wartin.com
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RK_Internet-Ausgabe 28. März 2008
Leserbrief zu
„Bei uns müssen Dörfer weichen“
Prenzlauer Zeitung vom 22. 3. 08
„Die Uckermärker haben die neue Form der Energieerzeugung weitgehend
akzeptiert“, sagt Jens Christen, Projektleiter Deutschland der Firma ENERTRAG.
Diese Lüge in einem redaktionellen Beitrag des PZ darf nicht unwidersprochen
bleiben. Auch die uralte Behauptung, es seien vor allem Zugezogene, die sich
vehement gegen Windkraft aussprechen, ist eine langweilige Lüge. Jens Christen
weiß es besser, und das nicht erst seit der Stadtverordnetenversammlung
von Brüssow am 25. März, als er miterleben durfte, wie ohne Zugezogenenmitwirkung
und einstimmig ein weiteres Windeignungsgebiet in der Gemarkung Brüssow
abgelehnt wurde. Der wachsende Unwille gegen die fortschreitende Verunstaltung
der Landschaft und die Verlärmung der nahe liegenden Gemeinden ist eine
Tatsache.
1. Beispiel Brüssow: beschließt Die Gemeindevertretung ist entschlossen
kein weiteres Windrad auf dem Gemeindegebiet zuzulassen, nachdem man sieht und
hört, was man im zähen Ringen gegen die „Bürgerinitiative
gegen ein Windfeld Wolfsmoor“ – Einheimische und Zugezogene –
mit den 22 WKA zwischen Wollschow und Brüssow durchgesetzt und angerichtet
hat. Eine Erkenntnis, zu spät für die Bürger, aber immerhin,
man lehnt ein weiteres Windeignungsgebiet bei Battin ab. Und dort bildete sich
eine neue Initiativgruppe aus Einheimischen und Zugezogenen.
2. Beispiel Wallmow: Hier gab es im Gemeinderat ganze zwei Zustimmungen von
11 Mitgliedern für das ENERTRAG-Projekt dort. Nach dem Vorbild von Herrn
Diwald (ENERTRAG) gerechnet, sind das 17% der Bevölkerung. (2005 hatte
ihn die PZ zitiert, 60% der Brüssower seien für die Windfeldplanung,
als mit ca. 60% im Gemeinderat die „Befürworter“ eine knappe
Mehrheit erzielten.) In Wallmow musste eine erste Abstimmung dazu übrigens
wiederholt werden, weil zwei Ratsmitglieder widerrechtlich mitgestimmt und dafür
gestimmt hatten. Juristisch ein Fall von Vorteilsnahme, weil sie als Landbesitzer
von dem Projekt profitieren. Hier findet sich die Akzeptanz, die Herr Christen
meint.
3. Beispiel Greiffenberg: Echte 80% der Greiffenberger unterschreiben gegen
ein neues Windeignungsgebiet im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplans.
So in einem kritischen Beitrag der rbb Abendschau kurz vor Ostern.
Herr Christen betreibt eine aggressive Propaganda der bewussten Irreführung.
„Im Ausland ist man wesentlich aggressiver“, meint er ein. (AnzeigenKurier
19. 3. 08 Artikel „Warum erneuerbare Energien?) Es gilt die uckermärkischen
WKA-Gegner zu denunzieren. Und die faktischen Entwicklungen in der Region zu
leugnen. Kein Zufall, wenn er betont, im Norden der Uckermark „waren nie
touristische Highlights und es wird sie sicher auch nicht geben.“ (AK)
Das ist falsch. Er weiß das, nur läuft es den Privatinteressen seiner
Firma ENERTRAG zuwider, die er meint, wenn er behauptet es „besteht die
Gefahr, dass Deutschland einfach zu spät kommt, um einen hohen Anteil an
der Weltenergieerzeugung aus Erneuerbaren Energien abzubekommen.“ (AK)
Tatsache ist, dass bei gleichzeitiger Abwanderungstendenz zahlreiche Dörfer
hier stark „wochenendberlinern“ und Rentner aus der Stadt sich hier
ansiedeln. Tatsache ist, dass zusehends die Stettiner ihr westliches Umland
entdecken, sich polnische Investoren niederlassen, und dass so wieder zusammenwächst,
was ehedem zusammengehörte, die Großstadt Stettin und ihre Naherholungsgebiete
um Löcknitz, Brüssow, Gramzow. In Pasewalk und Löcknitz hat man
das offensichtlich verstanden. Im Prenzlauer Landratsamt und Rathaus läuft
man Gefahr das zu verschlafen und sich aus Berlin und Potsdam vorschreiben zu
lassen, die Norduckermark zu einem „faktisch unbewohnten“ Industrieraum
zu verwandeln. Wer die Öffnung zum polnischen Nachbarn nicht aktiv betreibt,
unterstützt das Fremdeln gegenüber den Nachbarn*, wer die natürlichen
Erholungsressourcen hier zerstört treibt die Entvölkerung und negative
soziale Entwicklung hier voran. Prenzlau und Brüssow müssen ihren
verdrehten Hals nach Berlin und Potsdam** wieder in die Richtung wenden in der
ihr geschichtlich gewachsener Körper steht: Richtung Stettin.***
Zurück zur angeblichen Akzeptanz. Im Vorwort des Regionalplans, Teilplan Wind, wird sie gefordert. Es hat sie nie gegeben. Die ENERTRAG und andere Investoren haben sich von vorn herein bei den Gemeinden mit widerrechtlichen städtebaulichen Verträgen eingekauft und hohe Einmalzahlungen angeboten. Und die Gemeinden haben sich vom schnellen Geld für die Gemeindekassen korrumpieren lassen. Beim Bürgerinitiativstreit um das Windfeld Wolfsmoor z. B. ging es allein um dieses Geld, die Ökologie, das Weltklima, war das Feigenblatt, mehr nicht.
Die Akzeptanz der Touristen in erschlossenen Gebieten ist regelmäßig größer als die der ortsansässigen Bewohner. Das Argument der Windnutzungsbeschränkungen durch den Tourismus ist falsch. Das besagen pikanterweise alle amtlichen Studien, und begründen damit den Bau von WKA in traditionell touristischen Gebieten. (z. B.: an der Westküste Schleswig-Holsteins). Unbestritten ist dagegen, dass durch die sogenannte „Ansiedlung von Windfarmen“ eine Entwicklung einer touristischen Infrastruktur behindert wird. Wer eröffnet eine Pension, ein Restaurant, einen Reiterhof im Schatten und im Schallhof einer „Windfarm“. Vermeidung geht vor Gewöhnung!
Bei mangelnder Akzeptanz: „Zuckerbrot und Peitsche, Korruption und Bestechung“, das ist enertrakischer Stil, Beispiel Dachdecker von Penkun, wir erinnern uns.****
Unser Projektleiter Deutschland, Herr Christen, weiß das regionale Medienklavier
zu spielen, nur seine Melodien sind etwas abgeleiert. Sein Chef, der Windvisionär
Jörg Müller intoniert das Thema: Zusammenlegung der Konzentrationsgebiete:
eine Windfabrik Uckermark von Prenzlau bis Stettin, und rettet damit nicht weniger
als das Weltklima. (Dagegen ist unser Wartiner als der Retter der Uckermark
nachgerade bescheiden.) Beim Klang solch hochtönender Arien kann sich die
anstehende Neuformulierung der brandenburgischen Energiepolitik elegant als
maßvoll verkaufen, wenn etwa der 5- km-Abstand zwischen den Konzentrationsgebieten
gekippt und 3 km ersetzt wird.
Zum Schluss etwas Vertracktes: Bei uns in der Uckermark müssen nicht ganze
Dörfer weichen und Menschen vertrieben werden, wie im heimatlichen Braunkohlerevier
Guben der Landtagsabgeordneten Monika Schulz (CDU) (PZ 22. 3.). Der Norden der
Uckermark gilt nämlich, so unser Projektleiter, „nach den EU-Richtlinien“
als faktisch unbewohnt. (AK vom 19. 3. 08 Artikel „Warum erneuerbare Energien?“)
Wo keiner wohnt, kann keiner vertrieben werden, gibt es keinen Widerstand, Akzeptanz
allerdings auch nicht. Soll einer denken, der Jurist Christen beherrscht die
Logik des Argumentierens.
Die eingangs erwähnte Stadtverordnetenversammlung in Brüssow gibt es also faktisch gar nicht. Brüssow unbewohnt. Kein Geld für die Stadtkasse. Keine Moral. Keine Beschlüsse für oder gegen. Faktisch nichts. Außer Dauertal selbstverständlich.
Bernhard Nürnberger
*Ein polnischer Arbeitgeber, ein polnischer Arbeitskollege in der Region können mehr leisten als 10 Sozialprogramme gegen Fremdenfeindlichkeit!
** Von Landesvater Platzek wird kolportiert, er habe in Bezug auf die Uckermark gesagt, wo niemand wohnt, müssen auch keine Straßen gebaut werden, als es vor einigen Jahren um die Mittelvergabe für die Regionen ging. Herr Christen braucht als gar nicht mit der EU zu winken. (Was verlautbaren eigentlich unsere Landräte dazu?)
*** Was sagt die Pomerania?
****Im März 2006 erstattete die ENERTRAG wegen dieser Formulierung gegen mich Anzeige wegen Übler Nachrede. Im März 2007 wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.
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Brandenburg aktuell vom 20.03.2008
Widerstand gegen Windplan
Video anschauen.
In Greiffenberg soll ein neuer Windpark entstehen. Jeder Bürger kann sich
diesmal mit einer Stellungnahme zum neuen Windplan für die Region Uckermark
Barnim äußern. Der Widerstand gegen neue Windräder im Ort ist
groß.
350 Einwohner haben schon unterschrieben, 80 Prozent aus Greiffenberg. Der neue
Windplan weist für die Region Uckermark / Barnim zwölf sogenannte
Windeignugnsgebiete aus. Von Ferdinandshorts bei Lychen bis Groß Schönebeck
in der Schorfheide regt sich in vielen Orten Protest, weil wie bei Greiffenberg
Naturschutzgebiete betroffen sind. Mitten im Biospärenreservat Schorfheide
- Chorin könnte nach dem Plan ein Windpark von 15 bis 20 Mühlen entstehen.
Beitrag von Anja Baum
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RK_Internet-Ausgabe 18. Februar 2008
Windiger Beschluss
in Wallmow rechtswidrig
Wie aus unterrichteten Kreisen verlautet, ist der kürzlich gefasste Beschluss
des Gemeinderats von Wallmow bei Trampe durch die Enertrag einige Windräder
aufzustellen zu lassen rechtswidrig. Das ist jedenfalls die Ansicht eines bekannten
Anwalts aus Prenzlau, der vom Amt um Rat gebeten gezwungen war. Von selbst war
man nicht drauf gekommen, ob bei der Abstimmung alles mit rechten Dingen zugegangen
war. Schlamperei? Unfähigkeit? Das Problem ist nicht, dass Bauer Wendt
Windmüller werden wollte. Das Projekt ist ein Enertragfall. Aber da hat
wohl jemand im Gemeinderat mit gestimmt, der nicht durfte, weil er ein unmittelbarer
Profitör ist. Die Spatzen von Wallmow werden es von den Dächern pfeifen.
Damit sie es nicht so unbestimmt tun, sollte der Nordkurier Genaueres recherchieren.
Schließlich hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, zu erfahren
wie ihre demokratisch gewählten Vertreter und ihre Verwaltung arbeiten.
Mit links oder von rechts wegen.
Schließlich stehen in diesem Jahr 2008 auch in Wallmow die Kommunalwahlen
an, und wer wieder gewählt werden will, sollte der nicht mit einem Mindestmaß
von Kenntnisssen bei der zugestanden komplizierten Windsache ausgestattet sein?
Oder anders gefragt, sind die Gemeinderatsmitglieder, die abermals für
die Räder bei Trampe stimmen 2008 überhaupt wählbar?
Wallmow wind-ökologisch bekränzt
Wallmow hat die Chance, sich wind-ökologisch superkorrekt einzurahmen.
Ein Ehrenkranz von Windfabriken, rotierender Lorbeer! Rechts das "gestrichene"
Windfeld Trampe, dass nicht mehr im Regionalplan aufgeführt ist aber dennoch
existiert (wenn der Rat wieder zustimmt) und die ENERTRAG den Rechtssteit gegen
das LUA gewinnt - links das neue "Ersatzfeld" Wallmow. Das Schöne
für die Herren der Winde und ihre Unterstützer ist, dass die beiden
Flächen weniger als 5 Km auseinander liegen.* Unsere Visionär Jörg
Müller wird nicht zögern, hier seine jüngst im NK zum Besten
gegebene Utopie zu verwirklichen, und beide zu einem Großkonzentrationsgebiet
zusammenzufassen.
Schließlich wird dabei der 5-km-Abstand, wie die Fortschreibung sie festlegt,
nicht verletzt. Schöne Aussichten für Ureinwohner und Neusiedler in
diesem Dorf. Die von Stadtflucht und ökologisch einwandfreiem Leben träumenden
Berliner werden begeistert sein. Nymby: Not in my backyard.
Mal im Ernst:
Der Rat von Wallmow wird sicher die Amtsverwaltung Brüssow dazu bringen,
dass das Windeignungsgebiet Wallmow juristisch qualifiziert abgelehnt wird.
Das ist doch mal eine schöner Auftrag für unseren das Amt betreuenden
Anwalt in Prenzlau.
* ein Fehler in der Fortschreibung
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RK_Internet-Ausgabe 16. Januar 2008
Verkehrs- und Fluglärm machen auf Dauer
krank
Internationale Studie zeigt erneut:
Mit steigender Lärmbelastung, steigt der Blutdruck
Lärm nervt nicht nur,
Lärm kann auch krank machen: So haben etwa Personen, die erhöhtem
Nachtfluglärm ausgesetzt sind, häufiger höhere Blutdruckwerte,
als Menschen in ruhigeren Wohngebieten. Schon ein Anstieg des nächtlichen
Fluglärmpegels um 10 Dezibel [dB(A)] im Schallpegelbereich zwischen 30-60
[dB(A)] erhöht das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen und Männern
um rund 14 Prozent.
Das geht aus einer aktuellen internationalen Studie hervor, welche die Europäische
Kommission förderte. An der großen europäischen Studie - an
der das Umweltbundesamt mitwirkte - nahmen rund 5.000 Anwohner der Flughäfen
Amsterdam, Athen, Berlin, London, Mailand und Stockholm teil. Die Experten ermittelten
die Wirkungen des Flug- und Straßenverkehrslärms auf die Gesundheit
- vor allem auf den Blutdruck.
Die Forscherinnen und Forscher ermittelten den Fluglärm anhand der Flugbewegungen und Flugzeugdaten. Die nächtliche Fluglärmbelastung der Testpersonen lag zwischen 30 und 60 dB(A).* Die Stichproben schlossen auch Personen ein, die keinen wesentlichen Lärmbelastungen ausgesetzt waren. Das ermöglichte Vergleiche zwischen Personen aus stark und weniger stark lärmbelasteten Wohngebieten. Zudem sicherten die Angaben der Probanden in den Fragebögen, dass sich die Vergleichsgruppen nicht in soziodemografischen Merkmalen - wie Alter und Schulbildung - oder bestimmten Risikomerkmalen - etwa Rauchen, Übergewicht, körperliche Aktivität - unterschieden.
Im Ergebnis der Untersuchung zeigte sich für alle Flughäfen: Personen, die Nachtfluglärm ausgesetzt waren (mittlere Lärmbelastung im Zeitraum zwischen 22:00 Uhr bis 6:00 oder 23:00 bis 7:00 Uhr, je nach Land) wiesen häufiger höhere Blutdruckwerte (vor Ort gemessen) auf oder waren bereits wegen Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung, als Personen aus ruhigeren Wohngebieten. Die Forscher fanden heraus: Ein um 10 dB(A) höherer Fluglärmpegel ist mit einem Anstieg des Risikos für Bluthochdruck um rund 14 Prozent verbunden. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.
Für den Flughafen Berlin-Tegel existiert ein Nachtflugverbot. Die Ergebnisse der Berliner Teilstichprobe stellen sich daher etwas anders dar: Hier war es vornehmlich die Tages-Lärmbelastung (gemessen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr), die mit einem erhöhten Blutdruckrisiko einherging.
Darüber hinaus ermittelten die Forscher die Straßenverkehrslärmbelastung der Anwohner. Dies geschah in Berlin mit Hilfe der Berliner Verkehrslärmkarte. Im Ergebnis ist auch für den Straßenverkehrslärm ein Zusammenhang zwischen Lärm und höherem Blutdruck nachweisbar. Steigt der mittlere Straßenverkehrslärmpegel (24 Stunden-Mittelwert) um 10 dB(A), erhöht sich das Risiko für Bluthochdruck um etwa zehn Prozent, im Schallpegelbereich von 45 bis 70 dB(A). Diese leichte Risikoerhöhung betraf vornehmlich Männer. Bei den Frauen war der Effekt nicht so stark ausgeprägt. Die Berliner Ergebnisse weichen im Vergleich zu den anderen Flughäfen insofern etwas von der Gesamtauswertung ab, als in Berlin der Straßenverkehrslärm einen etwas stärkeren Einfluss auf den Blutdruck hatte als der Fluglärm.
Die subjektive Einschätzung der Lärmsituation der befragten Personen zeigt zudem, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Lärmbelästigung des Flug- sowie des Straßenverkehrslärms und dem Schallpegel außerhalb der Wohnungen besteht: Je höher die Schallbelastung, desto höher die Belästigung der Menschen durch den Lärm. Die Forscher stellten fest, dass sich die Menschen bei gleicher Schallbelastung durch Fluglärm stärker gestört fühlen, als bisher aus früheren Untersuchungen bekannt.
Die Studie ist in englischer
Sprache im Internet unter der folgenden Adresse veröffentlicht: http://www.ehponline.org/docs/2007/10775/abstract.html
Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Konsortiums: http://www.hyena.eu.com/links.htm
Martin Ittershagen | Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hyena.eu.com/links.htm
www.ehponline.org/docs/2007/10775/abstract.html
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*Der Grenzwert für Windkraftwerke liegt bei 45 Dezibel nachts, am Tag darf
die Belastung Nach der TA Lärm um 15 dB(A) höher sein!
Internet-Ausgabe 26. Dezember 2007
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RK_Internet-Ausgabe 26. Dezember 2007
Feuilleton
Weihnachtspaziergang mit Schutzengel
(bernue) Lasst uns mal den Pflaumenweg längs gehen, sagt die Frau. Sichtweite ist nur 200 Meter und es ist windstill. Wir laufen durch das Windfeld Wolfsmoor ohne es zu sehen! Los geht’s, raus aus Wollschow, am Friedhof vorbei, nach Westen. Der Anblick der dick bereiften Büsche und Bäume des Pflaumenwegs, kostbare kristallne Gespinste, eine Augenweide. Die Vorstellung unverstellter sanfthügeliger Weite dieses Landstrichs, eine Phantasie. Hündin Gora zieht mäßig. Der Nebel, die Schutt- und Gesträuchhügel links und rechts des Wegs behindern die Sicht der Jägerin auf eventuell äsendes Wild auf der Raureif weißen Wintersaat.
Da, eine Erscheinung. Langsam tritt der mächtige Fuß von WK3 aus dem Nebel. WK3, einer unserer dorfnahen Schutzengel. ER, Seraphim gleich. Der Dreiflügelige schützt uns vor der Katastrophe, rettet uns vor dem Klimawandel. Einer von der Invasion des stetig wachsenden Heeres privilegierter Himmelskrieger. Hier auf dem Acker ragt er in den Dunst. Hier wartet WK3 geduldig auf den leisesten Hauch. Seine vereisten Schwingen wollen Wind in Strom verwandeln.
Wir nähern uns dem Koloss. In 100 bis 150 Meter Höhe senkrecht über uns nehmen wir die drei riesigen Rotoren wahr, ein elektrisches Summen. Wird da jetzt saubere Energie produziert oder verbraucht WK3 gerade Strom? Aus schmutzigen Kohlekraftwerken oder gar Atomstrom? Soviel Hightech für Stillstand im Nebel! Da sind doch Zweifel angebracht. Bang wartet Wollschow in 800 Metern Entfernung auf sein äolisches Fauchen, hofft gar auf eine stille, geweihte Nacht, der prophezeiten Apokalypse zum Trotz.
Unvermittelt zieht Hund Gora an, zerrt uns vom Windkraftbau weg und dumpf platternd schlagen große Eisplacken auf den Acker, keine 10 Schritte hinter uns. Knapp verfehlt!
Eine Warnung? Was will uns WK3 mit dieser Attacke sagen? Windkraft-Ketzer runter vom Acker? Die Uckermark muss Opfer bringen? Nötigenfalls Menschenopfer?
Was rettete uns? Ein Landschaftsschutzengel? Ein Reh im Nebel?
Tags darauf begegnet uns Nachbar K. Er klärt uns auf. Nach drei Tagen Rauhreif gibt’s Wetterwechsel. Es wird wärmer, Wind kommt auf. Da fällt schon mal was runter. Er berechnet die Relation der Fallgeschwindigkeit von Eisplacken zur Zugkraft eines mittelgroßen Hundes. Im Kopf. Ergebnis: Je höher das Windrad, umso größer die Überlebenschance.
Wollschow, 24. Dezember 2007
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RK_Internet-Ausgabe 30. Mai 2007
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Parasitäre Windenergienutzung
Die Windenergienutzung, wie sie in der Uckermark voran getrieben wird ist parasitär.
Das Kraftpotenzial der Region wird ausgesaugt.
Sie wird zum Hinterhof Brandenburgs degradiert, mit allen sozialpolitischen Folgen.
Sie zahlt den Preis dafür, dass einfach nur mehr Strom produziert wird, ohne das Problem der CO2-Belastung zu lösen.
Auf die einfache Karte Windenergie zu setzen schien gestern innovativ, heute sind komplexe, intelligente Lösungen gesucht. Das „grüne“ Energie-Einspeise-Gesetz fördert das Wirtschaftswachstum der falschen Branche. Wir brauchen ein neues EEG, ein Energie-Einspar-Gesetz. Ihr Herren Müller und Troike, Eure visionäre Kraft ist gefragt. Dezentrale „urgrüne“ Lösungen sind gefragt, gemeindliche Energiekonzepte, Blockheizkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplung. Endlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass nicht Wachstum der Strommengen, sondern höhere Effizienz in der Energienutzung angezeigt ist. „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, soll die Energieproduktivität bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 verdoppelt werden – oder anders formuliert, der Energieverbrauch soll halbiert werden“, heißt es in der SZ vom 24. Mai 2007 zur europäischen Umweltministerkonferenz Ende März diesen Jahres.
Lasst 1000 Dächer glüh’n, Schluss mit dem Monsterspargel im Konzentrationsgebiet „Kraftwerk Uckermark“!
Energieproduktion dort, wo die Energie verbraucht wird.
Schluss mit der Politik der „gefühlten Klimawende“!
Jedes Windrad zieht Energie aus der Uckermark ab!
Es reicht!
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