Hier regiert die Freiheit der Kunst:

Cartoon, Glosse,...

Lorna von Heimstädt

  From:<bernue@galerie-imaginaire.de>"
To: „Malte Wienebüttel“
Sent: Saturday, October 31, 2009 11:09 AM
Subject: Fw: Re.: ballhornisch Konglomeratisches


Lieber Malte,

ich habe es schon immer geahnt, Du bist ein konkludenter Kollusionist.
Mit deinem Text bin ich einverstanden. Für Lorna. Aber wo bleibt der Name Lorna? Woher kommt der Name, warum lässt Du das aus? Ich war mir doch einigermaßen sicher, dass er durch die großen, umlaufenden Letternfriese „Lorna in Liebe gewidmet“ in den Lichthöfen der Bibliothek der Universität der Künste und der TU-Berlin inspiriert sei und nicht etwa durch die Film-Lorna von Russ Meyer aus dem Jahr 1964, wie Peter Benkert es vermutete. Spätestens während der Besuche Lornas in der Aufstellung meiner „Physiognomische Fragmente“, um dort eine entfernte Verwandte** zu treffen, stellte sich die Frage in aller Dringlichkeit. Der Schriftzug schien für sie eine Menge zu bedeuten, nicht ahnend, dass ihre Anwesenheit eine Kunstkollision provozieren könnte. Lorna confusa kennt nicht die klugen Sentenzen Sol Lewitts. Dass ein Kunstwerk nie den Betrachter erreichen mag. Ich füge hinzu, wohl besonders gern, wenn er selbst ein Künstler ist. Womit ich wieder bei der Ziege im Hirn bin, beim Widerspruch in sich.

Amüsant finde ich, dass Lornas fiktionaler Stammbaum ganz wesentlich aus Bibliotheken hervor gegangen ist, aus der Realität in den Regalen. Vielleicht zog es sie deshalb in die Bibliothek.
Salut
Bernhard

 

zur gefälligen Belustigung der Mitstreiter & sonst niemand!

Die Collagen und Texte dürfen nur von Gegenwindinitiativen zu nicht kommerziellen und nicht kriminellen Zwecken verwendet werden. Außer die Beiträge, die mit dem Copyrightvermerk versehen sind.=================================================================================================

2007 beginnt gut:

Umlegung eines Monumentalbauwerkes

 

Brüssow/Uckermark. Neben der Noch-Allee zwischen Brüssow und Wollschow erhebt sich seit einigen Wochen ein gewaltiger Turm, Hellgrau in der Farbe mit einer ironisch-grünen Sockelzone. Den die L 26 - eine typische uckermärkische Baumallee - durchschauckelnden Autofahrer , von den Radlern ganz zu schweigen, mag ob der Dimensionen dieses Monumentalbaues schwanen, dass er womöglich in seinem Fahrzeug erschlagen würde, wenn eine stürmische Böe von Süd das Bauwerk fällen würde. Andauernder Regen, wie er winters mit dem Klimawandel statt Schnee zu erwarten ist, hätten den Mergelgrund, in den das Fundament eingelassen ist, erweicht, ebenso die andauernden Gebete der Feinde der Windlords, die unsere schöne Uckermark in den Windkraftwahnsinn (nach Mengel) treiben.
Der ängstliche Autofahrer kann jedoch beruhigt werden und sich auf die Tücken des Streckenabschnittes konzentrieren. Der Monumentalbau wird ihn nicht erschlagen. Es ist trotz der beeindruckenden Länge zu kurz. Anders sieht es jedoch aus, wenn die sogenannte Gondel mit ihren drei Rotoren noch oben auf den Turm montiert würde.
Schlechter. Denn dann könnten zugleich zwei Fahrzeuge wie die sprichwörtlichen Fliegen - oder Störche - von zwei Rotoren "erschlagen" werden. Vielleicht just in dem Moment, in dem ihre FahrerInnen auf der welligen, baumbestandenen Piste in ein waghalsiges Überholmanöver verwickelt sind, das sie ohnehin in den Orkus befördert hätte.
Aber diese Tragödie muss nicht sein. Die Umlegung der gesamten Allee ist bekanntlich beschlossene Sache. Die Umlegung des Turmes - ein Leuchtturm Brüssowiter Dummheit - kann auch ohne Böe und ohne Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bewerkstelligt werden.
Das geht so:
(Systemvoraussetzung sind eine digitale Kamera, ein PC, das Programm "power-tower-chopper".
Letzteres kann im Internet unter www.binlegen-easy-ex.afg.com heruntergeladen werden.)

Tower und Allee knipsen - abspeichern - im "power-tower-chopper" öffnen - mit Zauberstab den Tower markieren (Fundament nicht vergessen) - frei transformieren - kippen - Drehpunkt am Fundament anbringen - mit drag-function den Tower oben packen und zur Allee hin niederlegen. Fertig!


Mit diesem Akt der Entsorgung wäre die Ehre der Stadt Brüssow zu einem Zweiundzwanzigstel virtuell wieder hergestellt. Er hat aber den Nachteil, dass ein möglicher Tsunami von Nachahmungstätern und TrittbrettfahrerInnen, die Grenzen des Virtuellen durchbrechend, den stattlichen Windmühlenwald der Republik lichten würde.

Der Randow-Kurier rät folglich von einer übereilten Umsetzung der Umlegung ab. Dafür gibt es einen weiteren gewichtigen Grund. Der Turm steht in einer Entfernung von 100 Metern von der L 26. Im Genehmigungsbescheid des Landesumweltamtes* ist jedoch eine Entfernung des Bauwerkes von 150 Metern zum geplanten Radweg neben der L 26 festgelegt. Dieser Radweg verläuft auf der Südseite der Straße, also windfeldseitig. Es ist also angezeigt, das Landesumweltamt aufzufordern, den Sachverhalt vor Ort zu überprüfen und, so unsere Messung sich bestätigt, zu beantragen, dass das Amt den Investor bittet, den Turm zu entfernen. Diese elegante Lösung würde gut zum Stil des mutmaßlich gepflegten Klimas zwischen Behörde und Windlords passen, so es auf Gegenseitigkeit beruht. Und das Landesumweltamt hat die Chance zu zeigen, dass es nicht nur Genehmigungspapier produziert, sondern auch gewillt und in der Lage ist, die Einhaltung seiner Verfügungen durchzusetzen.
bnü

*LUA.
Nachtragsgenehmigung Nr. 20.035.N1/06/0106.2/RO vom 21. 7. 2006
Seite 3
II. 5. Die WKA M1 ist zum geplanten Radweg der L 26 im Abstand von mehr als 150 Metern zu errichten.


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am 30. 5. 2006 im Landesumweltamt Frankfurt (Oder)

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April 2006:

Das Landesumweltamt musste einräumen, den NABU rechtswidrig nicht in das Genehmigungsverfahrens mit einbezogen zu haben. Der NABU legte formal Widerspruch ein. Der NABU zieht den Widerspruch zurück, während sein Vorsitzender Herr Kirschey in Kamtschatka weilt. Damit gibt der Nabu das

Vogelschlachtfeld Wolfsmoor

frei. Die Steinzeitmenschen homo nabunensis feiern anlässlich des Energiegipfels vor dem Kanzelerinnenamt das

"SACRE DU PRINTEMPS"

für BOREAS, den Kalten Gott des Rauhen Nordwindes, der sich mit der INDUSTRIA VENTIS vermählt..

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